SL-Talk mit Gilbert Neiens
Gilbert Neiens, Country Chair
Gilbert Neiens, 65, verheiratet und Vater von zwei Söhnen, steht den zwölf Luxemburger Rotary Clubs als so genannter "Country Chair" vor. Es war ein ehemaliger Werksdirektor der Luxemburger Stahlindustrie, der Neiens für dieses verantwortungsvolle Amt vorschlug, das er nunmehr bereits im sechsten Jahr mit viel Engagement und Freude versieht. Praktisch ist er der regionale Vertreter des Gouverneurs des Belux-Distrikts 1630, dem insgesamt mehr als 80 Rotary Clubs der Regionen Hasselt, Liège, Arlon und Luxemburg angehören.
Sales-Lentz Talk mit Gilbert Neiens, "Country Chair" für Rotary Luxemburg
Der 1905 in den USA gegründete Rotary ist heute der älteste unter den Service-Clubs und auch einer der größten. Weltweit gibt es derzeit über 33.500 Rotary Clubs in mehr als 200 Ländern und Regionen. Luxemburg hat zwölf Clubs sowie rund 750 Rotarier und Rotarierinnen, die dem Belux-Distrikt 1630 von Rotary International angegliedert sind. Marc Sales, geschäftsführender Gesellschafter der Sales-Lentz Gruppe und selbst Mitglied des "Rotary Bascharage Kordall", sprach mit Gilbert Neiens, "Rotary Country Chair" für Luxemburg, über das internationale Rotary-Netzwerk und seine Ziele.
Marc Sales: Was ist überhaupt Rotary International und woher kommt der Name Rotary?
Gilbert Neiens: Rotary International ist die Dachorganisation der weltweit verbreiteten Rotary Clubs. Das sind Service-Clubs, in denen sich Männer und Frauen verschiedener Berufe, unabhängig von politischen und religiösen Richtungen, zusammengefunden haben. Der Name Rotary, abgeleitet vom englischen Wort für rotieren oder drehen, erwuchs ursprünglich aus dem wechselnden Treffpunkt der Mitglieder. Heute entspricht ihm der Brauch, gewisse Ämter jährlich neu zu besetzen. Das Rad soll sich immer weiter drehen.
Marc Sales: für welche Werte steht der Rotary Club und welche Ziele verfolgt die Rotary-Bewegung?
Gilbert Neiens: Unsere Hauptziele sind die Förderung von humanitären Hilfsprojekten sowie der Einsatz für Frieden und Völkerverständigung. Unsere Mitglieder betätigen sich auch im erzieherischen Bereich (Studienbörsen und Schüleraustausch) und engagieren sich ehrlich, überall in der Welt wo Not am Mann ist, gemeinnützige Arbeit zu leisten. Das größte Projekt, das Rotary in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte angepackt hat, ist der Kampf gegen die Kinderlähmung. Zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation sind wir heute guter Hoffnung, dass wir unseren Planeten von Polio befreien können.
Marc Sales: Erzählen Sie uns mehr über dieses Vorhaben und die Chancen, diese grausame Krankheit endgültig zu besiegen.
Gilbert Neiens: Die Rotarier unterstützen den Kampf gegen die Kinderlähmung seit 1985. Damals gab es weltweit noch 350.000 Fälle von Kinderlähmung in nicht weniger als 125 Ländern. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt nur noch 1.349 Fälle von Kinderlähmung in vier Ländern registriert. Wir sind dem Endziel also sehr nahe gekommen, doch es bedarf immer noch weiterer Anstrengungen, um eine Welt ohne Polio zu schaffen. Mit der Bereitstellung durch die Bill & Melinda Gates Foundation von 355 Mio. Dollar für die Immunisierungskampagne sowie die Verpflichtung des Rotary International, Spenden für zusätzlich 200 Mio. Dollar durch die Rotary Foundation zu sammeln, wurde ein wichtiger Schritt unternommen, dieses Ziel zu erreichen. Von den 200 Mio. Dollar des Rotary stehen bereits 185 Mio. zu Buche. Mit weiteren Anstrengungen im Rahmen unseres Projektes „End Polio Now“ wollen wir die Aktion zu einem guten Ende bringen.
Marc Sales: Und wie sind die Luxemburger Rotary Clubs konkret hieran beteiligt?
Gilbert Neiens: Das ist der Eigeninitiative jedes Clubs und seiner Mitglieder überlassen. Rotarier sind in der Regel einfallsreich. Das beweist wohl am allerbesten die jüngste Initiative des „Rotary Bascharage Kordall“, an der auch Sales-Lentz beteiligt ist. Vielleicht ist es besser, Sie liefern uns hierzu einige Details.
Marc Sales: Wie wird man eigentlich Mitglied im Rotary Club?
Gilbert Neiens: Man kann einem Club nicht selbst beitreten, sondern muß von Mitgliedern vorgeschlagen werden. Diese Art der Kooptation ermöglicht, die richtigen Kräfte zu rekrutieren und läßt unter den Mitgliedern ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen. Wie heißt es doch schön: Rotarier werden, ist ohne Engagement. Rotarier sein, geht nicht ohne Engagement.
Marc Sales: Nach welchen Prinzipien handelt ein Rotarier?
Gilbert Neiens: Es gehört zum Selbstverständnis der Rotarier, dass sie nicht nur freundschaftliche Beziehungen untereinander pflegen, sondern zugleich auch hohe ethische Grundsätze im Geschäfts- und Berufsleben respektieren. Rotarier sollen immer vereint sein im Anspruch, moralisches Handeln zu propagieren und humanitär aktiv zu sein.






